Sonntag, 28. August 2011

Republik Zypern verweigert Einreise

Die Ausübung religiöser Feierlichkeiten zählt seit der Grenzöffnung zu den gewonnenen Errungenschaften, die im Grunde ohne politische Begleiterscheinungen praktiziert werden sollten. Dennoch führt diese Praxis immer wieder zu Problemen. Einmal fehlten Papiere für griechischzyprische Gläubige um in den Norden zu reisen. Und nun kam es im umgekehrten Fall zu Schwierigkeiten. Die inselgriechische Regierung erlaubte es Muslimen im Fastenmonat Ramadan in der Hala Sultan Tekke (einem wichtigen islamischen Heiligtum nahe der Küstenstadt Larnaka) Gebete zu verrichten. Allerdings verweigerte sie TRNC-Staatsbürgern, die in der Türkei geboren wurde, die Einreise. "Dies fördert eben leider nicht das Vertrauen in eine gemeinsame Zukunft", betonte TRNC-Repräsentant Uli Piller in diesem Zusammenhang. "Wir müssen auf beiden Seiten lernen, dass Großherzigkeit und Offenheit wesentliche Grundlagen sind für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit in der Zukunft." Die Republik Zypern macht allein Ankara für die Zweiteilung Zyperns verantwortlich und sieht einen Schlüssel zur Lösung auch alleine bei der Regierung der Türkei. "Dabei ist es sicherlich völlig falsch politische Taktiererei und Religion zu vermischen", erklärte Piller, der jedoch auch betonte, dass die zyprisch-orthodoxe Kirche seit Jahrhunderten einen fundamentalen Einfluss auf die politischen Entscheidungsträger im Süden ausübt.