Der türkische Außenminister Davatoglu (AKP) hat die TRNC besucht. Er kam mit allen wichtigen politischen Vertretern zusammen unter anderem, um die Ergebnisse des Gipfels von Genf zu bewerten. Dabei betonte der türkische Politiker, dass Ankara für die Zypernfrage in Referendum bis Anfang 2012 anstrebe. Danach sollten die beiden zyprischen Volksgruppen in getrennten Abstimmungen bis zum Beginn des kommenden Jahres über ihre Zukunft abstimmen. Immer wieder wurde von türkischzyprischer Seite gefordert, die Zypern-Gespräche nicht ohne zeitlichen Rahmen fortlaufen zu lassen. "Die türkischzyprische Seite fordert einen klaren Fahrplan, eine 'Roadmap'. Am Ende dieses Weges muss ein Abstimmung über die Zukunft der Insel stehen. Nur darf dann nicht das gleiche passieren, wie 2004, als nichts passierte", betonte TRNC-Repräsentant Uli Piller in diesem Zusammenhang. 2004 votierte eine Mehrheit der Zyperngriechen gegen die Vereinigung der beiden zyprischen Staaten, der türkische Norden stimmte mehrheitlich dafür. Anstatt gegebene Versprechungen einzulösen - nämlich Handelserleichterungen für den Norden einzuführen - nahm die EU Südzypern nur wenig später als Vollmitglied auf. Seitdem hat sich die Lage im Norden offiziell wenig verbessert. "Lediglich das Gefühl, dass Nordzypern etwas völlig 'Illegales' sei, ist verschwunden. Wer heute im Norden Zyperns Urlaub macht, fühlt sich dort wohl und wird nicht zuvor schon darauf hingewiesen, dass dies 'besetztes Gebiet' sei. In diesem Fall hat die zyperngriechische Propaganda ihre Wirkung verloren", erklärte Piller weiter.
Sonntag, 10. Juli 2011
Freitag, 8. Juli 2011
Gipfeltreffen in Genf
Er dauerte fast vier Stunden: der gestern in Genf abgehaltene Zypern-Gipfel bei den Vereinten Nationen. Dabei kamen die beiden zyprischen Staatschefs Eroğlu und Christiophias mit VN-Generalsekretär Ban Ki Moon zusammen. Man einigte sich, die Verhandlungen im Rahmen des so genannten "Give-And-Take"-Prozesses zu intensivieren. Im Oktober soll dann erneut ein Gipfeltreffen mit dem VN-Generalsekretär abgehalten werden. Im zweiten Halbjahr 2012 übernimmt Südzypern die EU-Ratspräsidentschaft und bis dahin sollen die Verhandlungen abgeschlossen werden. Die türkische Seite fordert diesbezüglich einen Zeitplan, fürchtet sie doch, dass die griechischzyprische Regierung sonst die EU-Ratspräsidentschaft für ihre politischen Anliegen missbrauchen könnte. Überschattet wurde der Genfer Zypern-Gipfel von Äußerungen des zyperngriechischen Erzbischof Chrysostomos. Dieser kritisierte seinen Präsidenten, er habe in den Gesprächen bislang zu viele Zugeständnisse gemacht. Die konservative zyperngriechische Kirche fordert die Alleinherrschaft der Zyperngriechen und möchte, dass Christophias lediglich über Minderheitenrechte für die Inseltürken verhandeln solle. Dies berichtet die "North Cyprus Times" online.
Denktaş aus Klinik entlassen
Nach über einem Monat in stationärer Behandlung wurde TRNC-Staatsgründer Rauf Denktas aus dem Klinikum der Universität Lefkoşa entlassen. Nach türkischen Medienberichten habe er bei seiner Entlassung betont, dass er "durchgehalten" habe. Denktaş war wegen mehrerer Herzprobleme ins Krankenhaus eingeliefert worden und hatte einen Schlaganfall erlitten. Noch immer weist das ehemalige Staatsoberhaupt Lähmungserscheinungen auf. Er soll nun weiter intensiv physiologisch betreut werden.
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