Der ehemalige bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) ist nach Nordzypern gereist um dort an einer Aufführung der Oper "Camina Burana" teilzunehmen. Das Musik-Projekt wird von zyprischen und bayerischen Chören gemeinsam realisiert und steht unter der Schirmherrschaft von Becksteins Frau Marga. Auf der Tagesordnung standen jedoch nicht nur kulturelle Ereignisse, Beckstein traft unter anderem auch mit dem türkischzyprischen Außenminister Özgürgün (UBP) zusammen.
Donnerstag, 3. September 2009
Mittwoch, 2. September 2009
Türkischer Außenminister auf Nordzypern
Der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu ist derzeit Gast im türkischen Norden Zyperns. Gemeinsam mit der Regierung der TRNC und Präsident Mehmet Ali Talat besprach er die Lage auf der Insel. Beide Seiten bekräftigten den Willen zur Lösungsfindung. Man wünsche sich eine Beendigung der Teilung Zyperns. Daher werden die Verhandlungen zwischen den beiden Seiten auch fortgesetzt. Die griechischzyprische Rhetorik über den Besuch des türkischen Außenamtschefs in Nordzypern ließ hingegen wenig Schlüsse auf Annäherung zu. Wie in der Vergangenheit auch, betonten Politiker wie Medien im Süden Zyperns, dass der Besuch Davutoglus in der TRNC "illegal" gewesen sei und eine "Provokation" darstelle.
Dienstag, 1. September 2009
Unterschiedlichste Signale
Die politische Situation auf Zypern ist nicht wirklich einfach zu durchblicken. Umso verwirrender die Signale, die der griechische Süden aussendet. Zum einen ist da das als "historisch" bezeichnete Interview von Christophias, dem Präsidenten der Zyperngriechen. Dort fordert er von beiden Seiten ein Ende des Nationalismus und Chauvinismus. Er gibt zu, dass Griechen und Zyperngriechen einst die Grundsteine gelegt hätten für eine Intervention der Türkei, die im griechischen Wortlaut freilich weiterhin "Besatzungsmacht" genannt wird. Auf der anderen Seite reist Christophias in den Nahen Osten nach Damaskus, weil eine neue Fährverbindung den Inselgriechen Sorgen bereitet. Man kann nun von Gazimagusa aus auch in den Libanon reisen, via Latakia. Für den Süden sind solche Routen "illegal" und die Regierung der Inselgriechen sieht sich zur Intervention gedrängt. Scheinbar, so mutmaßen zyperntürkische Quellen, fürchtet man einen zunehmenden Flüchtlingsstrom, der so in die EU gelangen möchte. Dies ist aber jetzt schon der Fall und würde durch die Grenzkontrollen kaum verstärkt werden, heißt es im Norden. Und dann kommt hinzu die dunkle Vorahnung des Präsidenten der TRNC, der eine dauerhafte Teilung Zyperns in einem Interview mit der türkischen Zeitung "Milliyet" als immer wahrscheinlicher erachte. Zwar glaube Talat noch immer, dass eine Lösung gefunden werden könne, dies aber bedürfe einer Einigung auf beiden Seiten. Die inselgriechische Seite will ohne Zeitlimit weiterverhandeln, die türkische Seite drängt auf einen Fahrplan. Dies hängt auch damit zusammen, dass Ende des Jahres wichtige europäische Entscheidungen im Hinblick auf die EU-Mitgliedschaft der Türkei anstehen und man im Süden diese Entscheidungen gerne durch den Vorwurf, die Türkei würde weiterhin alle Fortschritte blockieren, beeinflussen will. Zudem kommt erschwerend hinzu, dass im griechischen Süden derzeit eine heftige Regierungskrise tobt, der Partner Christophias', die DIKO, gar den Austritt aus der Koalition angedroht hatte, würden bei den Verhandlungen "rote Linien" überschritten.
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